Katharina Horn

Email an die Verhandelnden über eine Ampelkoalition

Solomutterschaft muss mitgedacht werden!

Email an die Politiker*innen

Aufgrund der aktuellen politischen Situation und der möglichen Chance auf Verbesserung der Bedingungen zur Familienform der Solomutterschaft wollten wir dieses spannende Zeitfenster nutzen, um auf die (für Andere immer noch) neue Familienform der Solomutterschaft aufmerksam zu machen. Lest hier unsere Email dazu. 

Unsere Email


Sehr geehrte Mitglieder der Arbeitsgruppen Kinder, Familie und Jugend und Gleichstellung und Vielfalt,

eine Ampelkoalition ist eine Chance für Fortschritt in gesellschaftspolitischen Fragen. Das ist dringend nötig, denn aktuell ist die gesellschaftliche Realität häufig weiter als politisch-rechtliche Rahmenbedingungen.

Deshalb wollen wir auf die sogenannte Solomutterschaft aufmerksam machen: Immer mehr Frauen erfüllen sich auch hierzulande den Kinderwunsch ohne festen Partner*in – sei es über eine Samenbank oder im Rahmen einer privaten Spende. Einelternfamilien, bestehend aus den Solomüttern und durch Samenspende gezeugte Kinder, sind gesellschaftliche Realität und Teil der zunehmenden Vielfalt an Familienmodellen in Deutschland.

Seit den rechtlichen Änderungen der letzten Jahre (Samenspenderregistergesetz, §1600d Abs. 4 BGB) gibt es nach wie vor nur wenige Kinderwunschkliniken, die alleinstehende Personen behandeln.

Zwar enthält die Empfehlung der Bundesärztekammer (Richtlinie zur Entnahme und Übertragung von menschlichen Keimzellen im Rahmen der assistierten Reproduktion) keine Beschränkung des Personenkreises. Jedoch erwächst aus unterschiedlichen Maßgaben der Landesärztekammern eine sehr unübersichtliche Situation, welche Kliniken in Deutschland alleinstehende Personen zu welchen Bedingungen behandeln.

Dies trägt dazu bei, dass die Behandlung Alleinstehender in der Öffentlichkeit als verboten wahrgenommen wird und fördert damit die Stigmatisierung dieser Familienform.

Es fehlt an einheitlichen Regelungen und Bedingungen. Bei den anstehenden Überlegungen zur Reform der Reproduktionsmedizin sollte die Solomutterschaft unbedingt mitgedacht werden.

Im Umgang mit dieser neuen Familienkonstellation treten Schwierigkeiten auf, ganz grundlegend fehlt es aber an Wissen. Deshalb machen viele Solomütter im Laufe ihres Behandlungsweges diskriminierende und verletzende Erfahrungen. Sie müssen nicht nur ihren Weg gegenüber anderen Personen und Institutionen erklären, sondern immer wieder „beweisen“, dass es keinen rechtlichen Vater gibt.

Obwohl sich immer mehr Frauen entscheiden, diesen Weg zu gehen und auch offen zu leben, ist er wenig sichtbar. Diese Unsichtbarkeit trägt zur Verurteilung und Tabuisierung dieser bei. Ein erster Ansatz wäre, Bezuschussung und Unterstützung der Kinderwunschbehandlung anderen Familienformen gleichzustellen.

Weiterhin gibt es große Schnittmengen zur Lage Alleinerziehender wie beispielsweise der Veränderungsbedarf hinsichtlich steuerlicher Änderungen wie Abschaffung des Ehegattensplittings hin zum Familiensplitting, aber auch der Ausbau und die Flexibilisierung von Betreuungsangeboten.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung und verbleiben bis dahin mit besten Wünschen für erfolgreiche Gespräche.

Alexandra Brzezinski, Politologin M.A.

Katharina Horn, Kinderwunschberaterin (BKiD) mit dem Schwerpunkt Solomutterschaft, Klinische Sozialarbeiterin M.A.

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