Katharina Horn

Kurzinterview zum Dokumentarfilm

MENSCHENSKIND!

Über den Weg 

einer Solomama

Ein Dokumentarfilm über eine Solomamafamilie

Heute möchte ich Euch ein Kurzinterview mit Marina Belobrovaja, Regisseurin des Films MENSCHENSKIND!, Künstlerin und Solomama vorstellen. Der Filmstart steht kurz bevor und Marina gibt uns hier einen kleinen Einblick, was Euch erwartet. Hierfür müsst Ihr auch nicht ins Kino gehen. Ihr könnt den Film auch online anschauen, aber dazu später mehr.

 

Marina, worum geht es in Deinem Film?

Der Film zeichnet die Zeugungsgeschichte meiner Tochter mit Hilfe eines Samenspenders nach und setzt sich unter Einbezug weiterer Protagonist*innen mit Familienmodellen auseinander, die von der klassischen Kleinfamilie abweichen: von Co-Elternschaft und Samenspende, über überzeugte Kinderlosigkeit bis hin zur aufreibenden Suche nach dem eigenen biologischen Vater.
Meine eigene Geschichte ist allerdings keineswegs einzigartig. Als alleinstehende heterosexuelle cis Frau habe ich einfach das durchgezogen, worüber viele in vergleichbarer Situation nachdenken, es aber nicht tun, beispielsweise aus Angst, ihren Kindern keine angemessene Familie bieten zu können oder aus der Mehrheits-gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Also geht es in diesem Film auch um die Selbstermächtigung und Emanzipation.

Wo und wann kann ich den Film sehen?

In Deutschland im Rahmen des internationalen Filmfestivals DOK.fest München vom 6. bis am 23. Mai online unter: www.dokfest-muenchen.de.
In der Schweiz kommt der Film ab 27. Mai im Kino.

Wen möchtest Du in Deinem Film ansprechen?

Ich denke, der Film ist für alle Menschen sehenswert, die jemals Kinder waren oder sich irgendwann in ihrem Leben gefragt haben, ob sie Eltern werden wollen, unabhängig von ihrer Antwort darauf.
Und ich hoffe, dass der Film der Diversität, die in Teilen unserer Gesellschaft lange schon Realität ist, zu mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz verhelfen kann.

Hast Du eine besondere Botschaft an Solomamas?

Liebe Solomamas und alle Eltern ihrer Kinder, deren Familien von den normativen Elternschaftsmodellen abweichen, wir sind die Zukunft – YEAH!

Du bist Künstlerin – was hast Du vor, wie geht es für Dich weiter?

Nach einem so langwierigen, aufreibenden Projekt hätte ich Lust auf ganz schnelle, leichfüssige Vorhaben.

Danke Marina für diesen kleinen Einblick oder vielmehr Ausblick. Der Film zeigt, dass alternative Familienmodelle immer bekannter werden. Wie auch viele Personen, setzt sich die Protagonistin mit sehr kritischen Fragen um die Entstehung ihres Kindes auseinander. Neben dem Weg der privaten Samenspende werden weitere Familienmodelle und eine durch Samenspende gezeugte Frau gezeigt und in den Reflektionsprozess mit einbezogen.

Den ganzen Film kannst Du Dir ab 06.05.21 online anschauen. Hier der direkte LINK zum Film. Der Trailer ist übrigens schon online.

Hast du weitere Fragen zur Familiengründung mit Samenspende?

Die in diesem Film gewählte Familienform der Protagonistin ist der Weg der privaten Samenspende. In diesem Fall ist die spendende Person bekannt. Möchtest Du mehr über das Spektrum der Solomutterschaft erfahren? Hier findest Du einen ausführlichen Artikel. Schau zu diesem Thema auch mal hier bei Jennifer vorbei. Als Expertin für Co-Elternschaft weiß sie auch so Einiges über Samenspende, zumal eine private Samenspende auch die Basis einer Co-Elternschaft ist. Egal, ob Co-Mamas, Solomomas, oft ist der Bedarf an Austausch groß. Jede Person muss hier ihren eigenen Weg finden. 

Neben der Information biete ich als zertifizierte Kinderwunschberaterin Beratung und Vernetzung an. Zudem ist es mir ein Anliegen, dazu beizutragen, den Familientyp der Solomutter oder Single Mom By Choice auf gesellschaftlicher Ebene zu etablieren.

Lasst uns den Weg gemeinsam gehen…