Typ A
Hierunter zähle ich alle Personen, bei denen eine Kinderwunschbehandlung sofort starten muss, wenn bspw. die Ärzt*in sagt: “Also, wenn Sie noch ein Kind haben möchten, dann müssen Sie jetzt anfangen.” Oft kommt dieser Satz auch überraschend. “Ihnen bleibt nicht mehr viel Zeit!” Sofort baut sich hier ein Druck auf. “Will ich ein Kind, will ich jetzt ein Kind? Aber ich habe ja gar keine*n Partner*in. Was, wenn ich es bereue?” Für diese angehenden Solomütter ist es besonders schwer, sie müssen ganz schnell entscheiden. Diesen Prozess, den andere Solomütter über Monate durchlaufen sind, müssen sie im Eiltempo hinlegen. Das Wichtigste am Weg der Solomutterschaft ist es, sich bewusst auch für diesen Weg zu entscheiden, mit all seinen Konsequenzen. Wenn ich eigentlich den Weg der Solomutterschaft verurteile, diesen Weg aber nur gehe, weil ich jetzt sofort starten muss, dann sind das erst mal sehr ungünstige Startbedingungen. Sich dafür zu entscheiden, den Weg ohne Partner*in zu gehen, das ist ein Abschied. Oft ist dieser Abschied mit Trauer verbunden. Viele müssen den Weg, ein Kind mit eine*r Partner*in zu bekommen erst noch verabschieden, betrauern, zu Grabe tragen. Dazu ist ein Weg abseits der Heteronorm. Es erfordert Mut, diesen Weg einzuschlagen. Diesen Mut aufzubringen, das gelingt nur schwer, wenn ich eigentlich gedanklich immer noch an meinem Plan A hänge. Deshalb haben es insbesondere diese Personen besonders schwer.